• Brina Capriolo

Autorenkaffeeklatsch - Bipolares Autoren Syndrom



Heute möchte ich euch mal einen Einblick in meinen Autorenkopf und dessen Gefühlsleben geben. Der Start in ein neues Jahr ist auch immer irgendwie ein Neuanfang für einen selbst. Aber für einen Neuanfang braucht man, zumindest in meinen Augen, erst einmal eine Art Selbstreflexion. Das Jahr 2021 war in vielerlei Hinsicht ein Lehrjahr.


Ich habe gelernt, dass die Zusammenarbeit mit dem vermeintlichen Traumverlag der pure Albtraum sein kann. Ich habe gelernt, dass ich unter Druck weit über mich hinauswachsen kann. Ich habe gelernt, dass neue Wege oftmals zu unerwartet guten Resultaten führen können. Und ich habe gelernt, dass ich manchmal eine wirklich schwierige Autorin sein kann und das es sich wie eine bipolare Störung anfühlt.


Was meine ich also mit dem Bipolaren Autoren Syndrom genau? Eine bipolare Erkrankung/Störung zeichnet sich dadurch aus, dass der Betroffene übersteigerte Hochgefühle hat, man aber gleichzeitig überaktiv und gereizt ist. Natürlich ganz grob und allgemein zusammengefasst.


Bei mir ist es oft so: an manchen Tagen sprühe ich vor Energie, voller Tatendrang und glaube, dass ich alles schaffen kann. Dann plane ich mehrere Projekte, gehe das Thema SP voller Motivation an und könnte Bäume ausreißen. Tage später, manchmal auch nur Stunden später, möchte ich meine Festplatte platt machen, jedes geschrieben Wort für immer löschen und nie wieder nur die Bezeichnung Autor in den Mund nehmen. Die Gefühle sind gleich stark. Sowohl die Positiven, als auch die Negativen. Manchmal liegen Tage, Woche oder Monate dazwischen, manchmal nur Stunden. Manchmal gibt es Auslöser, die zu einem Umschwung der Gefühle führen, oftmals passiert es aber (scheinbar) ohne jeden Auslöser. Das ist anstrengend. Für mich. Für mein Umfeld. Ich bin froh, dass mir nahe Personen mittlerweile wissen, wie ich ticke und entsprechend reagieren. Das macht es aber nicht weniger ermüdend. Ganz im Gegenteil, teilweise schäme ich mich für diese Gefühlsschwankungen.


Aber Schreiben ist Leidenschaft. Etwas das Leiden schafft. Das trifft es häufig bei mir. Ich liebe es, Geschichten zu erzählen. Ich bin voller Ideen. Aber oftmals raubt mir dieses Hobby den Verstand. Ich weiß nicht, ob ich dem Druck der Autorenwelt gewachsen bin. Aber nur für die Schublade schreiben ist auch keine Option mehr.


Was mir wichtig ist, dass ich wieder die Liebe zum Schreiben finde. Es nicht als einzige Qual, als Leiden, als Verpflichtung ansehe. Es soll Spaß machen. Und das in erster Linie mir. Nicht nach Vorschriften, nicht nach irgendwelchen sozialen Vorgaben. Einfach aus dem Herzen heraus aufs Papier. Das würde sich gut anfühlen und hoffentlich, das hoffe ich wirklich, diese zwiespältigen und wechselhaften Gefühle etwas abmildern.


Kennt ihr diese wechselhaften Gefühle? Wie geht ihr damit um?

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