Februar 2022

IMG_20220202_084407_037.jpg

Karte: Neumond im Wassermann

Set: Moonology von Yasmin Boland 

Bedeutung: Bring Liebe in die Situation, Fortschritt, vorangehen, nicht zurückblicken, Veränderung im Anflug, Vergangenheit loslassen

Die Vergangenheit loslassen.

Nach vorne blicken.

Mit Mut im Herzen vorangehen.

Meine Mutter hat immer gesagt, dass man niemals aufgeben darf und die Sonne im Herzen tragen muss. Es würde immer ein Licht geben.

Loslassen.

Die Ketten der Vergangenheit abstreifen. Schwer und rostig schneiden sie in mein Fleisch, meine Seele. Ich habe Angst, wenn ich sie abstreife, dass ich auseinander fallen werde. Was bin ich ohne meine Vergangenheit?

Loslassen.

Einen Schritt vor den anderen setzen. Der Liebe entgegen. Mein Blick wandert zu dem Neumond am Himmel. Wie friedlich er dort am Himmelszelt hängt, umgegeben von funkelnden Sternen. Ich empfinde Frieden, wenn ich dort hinauf sehe. Und eine unendliche Sehnsucht danach all dem einfach entfliehen zu können. Doch was sieht der Mond, wenn er hinabblickt? Schaut er sich die Erde an, die ihm so nah ist und doch unendlich fern? Sieht er sie brennen, wie ich? Spürt er das Beben, das alles erschüttert und mit sich reißen wird? Empfindet er Schmerz beim hinabschauen, wo ich Heilung empfange, beim Blick nach oben?

Wenn wir die Vergangenheit einfach loslassen, was ist das für ein Zeichen? Wir lernen scheinbar nicht aus vergangenen Tagen, Taten und Ereignissen. Wir wiederholen Fehler, immer und immer wieder. Warum also etwas loslassen, zudem wir doch wieder zurückkehren werden? Wieso etwas zurücklassen, dass doch immer ein Teil von uns bleibt?

Vorangehen, nicht zurückblicken.

Es ist wie blindlings in die stockfinstere Nacht laufen. Keine Hindernisse zu erwarten und das Beste zu hoffen, doch das wird den Schmerz nicht mindern beim Aufprall.

Liebe.

Alle hoffen, dass Liebe am Ende reichen wird. Dass wenn nur etwas Liebe in den richtigen Momenten fließt, sich alles schon fügen wird. Ich habe vielleicht auch einmal so gedacht. Naiv, voller Hoffnung. Es scheint so lange her.

Dunkle Schleier legen sich über meine Sicht auf den Neumond. Es wird immer schwerer ihn zu erkennen und der schwere Gestank des Todes dringt wieder in meine Nase. Ich senke den Blick und sehe die Stadt vor mir in Schutt und Asche, schwellende Feuer und beißende Rauchsäulen, die den sonst klaren Himmel verschmutzen.

Wir haben nichts aus unserer Vergangenheit gelernt. Sonst würde es dieses Krieg nicht geben. Vielleicht haben wir zu oft losgelassen und die Vergangenheit somit davon gleiten lassen. Vergessen, was einmal war führt zu Wiederholungen und einem Schmerz, der niemals hätte sein müssen. Veränderung liegt in der Luft. Doch dieses Mal, bedeutet es nichts Gutes.